Grundsätze

„Tell me and I forget, teach me and I remember, involve me and I learn!“ (Benjamin Franklin)

  • Der Student wird vom Teilnehmer zum Mitgestalter und schließlich zum eigenverantwortlichen Unternehmer seiner eigenen Ausbildung.
  • Inhaltliche Schwerpunktsetzungen, die Dauer des Studiums und das konkrete Berufsbild werden an den individuellen Zielen und Möglichkeiten des Studenten orientiert. Er wird dabei von einem Mentor begleitet.
  • „Lernen kann man immer nur selbst“ – Es kommt uns nicht so sehr darauf an, dem Studenten das Richtige zu sagen, sondern vielmehr darauf, dass er das Richtige selbstständig finden kann (Selbstlernkompetenz). Als Werkzeuge hierfür dienen moderne Lern- und Reflexionsformen, z. B. Portfolio (Lerntagebuch), Kolloquien und Mentorengespräche.
  • Maßstab der Lernbiografie sind die vom Studenten selbst formulierten Ziele und die Anforderungen der zukünftigen Berufspraxis.
  • Lernen wird eine Angelegenheit des individuellen Willens, der eigenen Initiative. Das Ziel ist der Zugang zu der Quelle der eigenen Lerninitiative.

Fünf Leitmotive der Ausbildung

Mit Musik berühren – der Künstler

Es ist uns ein Anliegen, Künstler auszubilden, die mit der Musik über den eigenen persönlichen Ausdruck hinausgehende Aussagen machen wollen und die sich gleichzeitig als Menschen tief persönlich damit verbinden, was sie auf der Bühne zum Ausdruck bringen. Eine Voraussetzung für ein lebendiges, das Publikum berührendes Musizieren liegt darin, sich selbst berühren und beeindrucken zu lassen von der Musik. In diesem Sinne sind die Ausbildung eines inspirierten Hörens, eines bewussten Empfindens und einer schöpferischen Gestaltungskraft wesentliche Bestandteile der künstlerischen Ausbildung.

Mit Musik Potentiale entfalten – der Pädagoge

Kennen Sie das Erlebnis, sich einmal von einem Lehrer tief gesehen gefühlt zu haben, in Ihren innersten, verborgenen Anliegen, aber auch in dem, was Sie daran hindert, diese zu verwirklichen? Es kann mit großer Kraft Entwicklungspotentiale freisetzen, sich auf diese Weise liebevoll von einem anderen Menschen in der eigenen Entwicklung wahrgenommen und begleitet zu fühlen! Wir wollen Musiklehrer ausbilden, die zusätzlich zum notwendigen instrumentalen und pädagogischen Handwerkszeug das Interesse für den sich entwickelnden Menschen im Schüler aufbringen können und diese Entwicklung begleiten und fördern wollen.

Mit Musik Zwischenräume öffnen – der Musiker im Sozialen

Musik kann trösten, heilen und Lebensfreude wecken. Gemeinsames Musizieren und Erleben von Musik ermöglicht tiefe Begegnungsräume und wirkt unabhängig von Alter, Herkunft und musikalischen Vorkenntnissen als ein aufbauendes, harmonisierendes, verbindendes Tun. Die gesellschaftliche Nachfrage ist groß nach Musikern, die kreativ und vielseitig soziale und therapeutische Prozesse durch Musik begleiten können. Weiterentwicklung ist heute nur möglich mit einer Bereitschaft zum Improvisieren, einem inspirierten Handeln aus dem Moment heraus. Wir unterstützen die Studierenden dabei, neue musikalische Berufsformen zu entwickeln, um auf diesen Bedarf eingehen zu können.

„Lernen kann man immer nur selbst“ – der Forscher

Es geht uns als Ausbilder darum, Lernen als eine Angelegenheit individueller Initiative ernst zu nehmen. Der Studierende lernt schrittweise, die Verantwortung für dieses „Selbstlernen“ zu übernehmen. Das Ziel ist es, den inneren Quellpunkt zu entdecken, aus welchem die individuelle Lerninitiative entspringt.
Wir arbeiten mit goetheanistisch-phänomenologischen Methoden daran, die einzelnen musikalischen Elemente in ihren Qualitäten zu erfassen und handhaben zu lernen. Gleichzeitig versuchen wir, musikalisch-lebendige Formen des Denkens zu entwickeln, in denen auch das Herz als Hörorgan mit ausgebildet wird. Ein musikalisches Bild des Menschen und ein menschliches Bild der Musik entsteht und wird zur Inspirationsquelle der eigenen künstlerisch-pädagogischen Tätigkeit.

„Studieren in Projekten“ – der Unternehmer

Wir bauen auf die Initiativkraft der Studierenden: Unter dem Motto „Studieren in Projekten“ lernen sie bereits in der Ausbildung anhand von begleiteten Prototyp-Situationen mit ihren künstlerischen und pädagogischen Projekten real in der Verantwortung zu stehen. Mut und Selbstvertrauen entstehen, um individuelle musikalische Berufswege zu gehen. Das Studium bereitet so auf eine freiberufliche, selbständige Tätigkeit vor.